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| Was ist BDSM? |
Ein wesentliches Element von BDSM ist das erschaffen & eintauchen in Phantasien, die den meisten "normalen" Menschen als exotisch oder wohl eher als pervers erscheinen... und - wer will schon pervers sein ?
In den letzten Jahren hat es sich deshalb in der SM-Szene eingebürgert, mehr oder weniger um den (für viele) eigentlichen Sinn von BDSM herumzureden. Safe-Sane-Consensual (SSC) wird wie eine Fahne vorangetragen, um nur ja nicht in den verdacht "krankhafter" Sexualpraktiken zu kommen und hat BDSM zu einem Bestandteil des Mainstream gemacht.
(SSC - Safe, sane, consensual - bedeuted übersetzt: "Sicher, einvernehmlich, mit gesundem Menschenverstand" -> die Grundpfeiler gesunden Sadomasochismus)
BDSM - was ist denn das?
B&D = Bondage & Dominanz oder Bondage und Disziplin (Bondage [engl.] = Fesselung, aber auch Knechtschaft, Sklaverei)
S&M = Sadismus & Masochismus.
D&S = Dominanz und Unterwerfung (S [engl.] für submission
Unter BDSM versteht man ganz allgemein einen spielerischen Umgang mit Phantasien, zum Beispiel in Form von Rollenspielen.
BDSM - oder Sadomasochismus, wie auch immer man es nennen will - hat also trotz der Namensähnlichkeit herzlich wenig mit krankhaftem Sadismus oder Masochismus zu tun.
In den so genannten Sessions gibt es meist eine festgelegte Rollenverteilung (z. B. "Herrin" und "Sklave"). Es kommt u. a. zum Fesseln, Schlagen und Peitschen. Auch gibt es spezielle Formen der Demütigung (Einsperren, Urinieren auf den Partner) und fetischistische Elemente.
Sobald sich einer nicht wohl fühlt, kann er die Session durch ein sogenanntes Safeword unter- oder abbrechen.
Der Begriff BDSM steht für Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadomasochism. SM wird in diesem Fall nur als Unterbegriff gesehen und bedeutet ausschließlich das Zufügen und Ertragen von physischen Schmerzen. Dominanz und Submission (Unterwerfung), auch kurz D/s genannt, zeichnet sich durch ein Machtgefälle aus (siehe Rollenverteilung). Auch wenn es jetzt so aussieht, kann man natürlich SM, D/s und Bondage (Fesseln) so gut wie nicht voneinander trennen - das Denkmodell, das hinter dem Begriff BDSM steht, ist also als solches zu verstehen und nicht als Ansicht, dass diese Komponenten unabhängig voneinander existierten. Ob man SM jetzt als Oberbegriff oder nur als Unterbegriff von BDSM ansieht, ist - logischer Weise - Ansichtssache.
SM, Sadomasochismus, oder auch BDSM, Bondage und Disziplin & Dominanz und Submission & Sadismus und Masochismus, ist eine weit verbreitete Freizeitbeschäftigung, die dem Genuß des Lebens oder dem Ausdruck inniger Liebe in einer intimen Partnerschaft durch körperliche Empfindungen dient. Die Grundformen dabei sind sexuelle Fesselungen, Rollenspiele, die Machttausch beinhalten, wie Sklavin, Pony, Hund, Möbelstück usw., "Schmerzzufügungen" und Phantasien, die noch weit darüber hinaus gehen können. Beim Machttausch (power exchange) nehmen einige Leute nur die dominante oder devote Rolle an, andere, die Switcher genannt werden, mögen es, ab und zu die "Seiten zu wechseln". Der Übergang von normalen Sex zu SM ist fließend; viele Menschen, die beißen, kratzen, Fesseln oder Augenbinden verwenden, sehen sich heutzutage gar nicht mehr als SMer an.
Pat Califa, wichtiger amerikanischer Vorreiter der BDSM-Bewegung gab dieser Leidenschaft ein sehr schönes Verständnis mit auf den Weg. "SM - Sinnliche Magie" nannte er das, was so oft lieblos und abnorm als "Sadomaso" durch die Köpfe spukt. "Sinnliche Magie". Zauberhaft und geheimnisvoll, fesselnd und erfrischend positiv klingen diese zwei Worte, die sich dem eigentlichen Fundament BDSM annehmen - dem großen Spiel mit großen Gefühlen, einer Sexualität, die im wahrsten Sinne des Wortes alle Sinne berührt.
Wann fühlt man sich als SMer?
Ist man das? Wird man das? War man das schon immer und musste es erst begreifen? Vielleicht wird man genau dann zum SMer, wenn diese zwei Buchstaben ihre Bedrohlichkeit verlieren. Wenn eigene Wünsche und Vorstellungen sich so klar anfühlen, dass sie sich gegen das TV-Horrorbild "Sadomaso" wehren und das Gruselklischee sprengen können.
BDSM lässt sich fühlen
Ganz tief zwischen Herzgegend und Seelenregion macht sich etwas breit das Sehnsucht weckt und gelebt werden will. Lack, Leder, Latex, - besondere Materialien auf pochendem Körper... anfassen, berühren, begreifen... Metall, das Körperwärme annimmt, Spitzes und Rundes, gemacht um Nervenenden in ihrer Empfindung zu verwirren. Heißes Wachs, beim Vögeln zwischen die Pobacken geträufelt, schmelzendes Eis auf Gänsehaut, scharfer Schmerz eines Rohrstocks, Streicheleinheiten mit sanfter Hand oder mehrschwänziger Peitsche. Spüre all Deine Emotion durch frei gewählte Mittel und genieße den Überraschungseffekt durch Wechsel der selben. Weiß nicht was kommt und liege gespannt auf der Lauer. Gegenseitiges Fühlen. Aktion und Reaktion - manchmal verschiebt sich der Auslöser. Warst Du? War ich? Kraftaustausch auf allen Ebenen, Intensität bis unter die Haarspitzen. Raue Seile helfen beim Schweben, wenn "Boden unter den Füssen weggezogen wird" - Fliegen in Schwerelosigkeit. Ledermanschetten umschließen Handgelenke. Manchmal macht frei, was mich bindet - nicht nur Gefängnis auch Halt. Hingabe verlangt Mut und Vertrauen in fremde Hände. Abgeben - loslassen - einlassen - Rückkehr zu mir selbst. Hart und Zart - Berührungen dieser Art verlassen die Oberfläche und gehen unter die Haut.
BDSM lässt sich sehen
Ein Spiel mit Inszenierungen. Verkleide mich für Dich, für mich. Hemmungslos in Sehnsuchtsrollen schlüpfen, befreiendes Szenario geheimer Wünsche. Mit geschnürter Taille und hohen Stiefeln "Dir die Augen übergehen lassen". Laufmasche im Strumpf macht mich zur Schlampe in meinem "Doppelleben", die Dir direkt "zwischen die Beine fährt". Ich darf das. Ganz ohne Moralkorsett. Die Nacht gehört uns, schau mich an, nimm mich als Spiegel Deiner Phantasie.
Körper präsentieren und übertreiben ist erlaubt - knallrote Münder versprechen schamlose Übertretung gelernter Grenzen und halten ihr Wort im sinnlichen Traum der Geschlechter. Körperhaltungen können Bände voll eigener Sprache sprechen: Demut und Hingabe - weit gespreizt und offensichtlich. Aufrechte Stärke, gerader Rücken - Deine Unnahbarkeit lockt mich in schwachen Momenten. Schenk mir Deinen Blick oder zwinge meinen zu Boden. Wehre mich manchmal - Provokation in gierigen Pupillen - Gierigsein lässt sich sehen und man sieht es viel zu selten in menschlichen Gesichtern.
Du lächelst, wenn ich mich ergebe und ich lächle wenn Du kommst. Oben oder unten? Es trifft sich immer in der Mitte. Schon mal in Gesichter "frisch bespielter" Menschen gesehen? Sie sind weich und klar. Lustvoll. Liebestoll.
BDSM lässt sich hören
Gefühle geben Laut - genieße die Nuancen. Mensch, der sich ein wenig "Tier" erlaubt, beherrscht viele Töne. Gespannte Stille wird zu verhaltenem Stöhnen. Doch: erlaube auch den Schrei, wenn sich das Tier befreit. Tiger oder Katze, Du hast es in der Hand und beides ist ersehnt, alles zu seiner Zeit. Schnurren oder Brüllen, nur die Gegensätze machen uns rund und wieder zum Mensch.
"Nicht zurückhalten - schenk mir Deine Lust", flüsterst Du leise um es mir kurz darauf hart zu befehlen. Deine Souveränität ist mein Anker, - nenn mich all das, was ich selbst gerade einmal heimlich zu denken wage. Fordere den Abschied aus heiler, verlogener Welt. Sprich Klartext, das Kind hat viele Namen und fühlt sich frei, wenn die Beschämung den Kampf verliert. Deine Stimme leitet mich durchs Gefühlslabyrinth. Sprich mit mir, während ich mich über den Abgrund hangle. Bestärke, fordere, kitzle meinen Stolz, mein Ich. Dann Stille. Manchmal lauter als jedes Wort. Watteverpackter Flug durch meine eigene Seele. Ruhe. Gesichert durch Deine Anwesenheit. Abwarten. Erwarten können.
Leder knirscht und sagt mir wo Du Dich bewegst. Scharfes Zischen durchschneidet die Ruhe neben meinem Ohr. Aufforderung zum Spiel - der Schmerz wird nicht lange auf sich warten lassen. Oder die Erfüllung, - gib einfach Laut, wohin Dich Deine Sehnsucht treibt.
BDSM lässt sich schmecken
Alle Körperflüssigkeiten vom Körper lecken. Auch "verbotene Plätze" sind erlaubt. Den Geschmack Deiner Achselhöhlen, Deines Anus erkunden. Dich aufnehmen, aufsaugen, trinken. Warme, klare Flüssigkeiten durch Kehlen rinnen lassen. Speichel von Mund zu Mund in gierigen Rachen geträufelt - Ekel kommt nicht vor in innigen Exzessen. Zugestehen, eingestehen. Und nicht genug bekommen können, von allem was Du spendest. Gefäß werden. Genussvoller Ausflug in weit gespreizten Frauenschoß. Zügelnd und spielend Köpfe vergraben. Die Geschmackspalette, süß, sauer, bitter, scharf... - täglich anders und dennoch stets vertraut.
Sperrende Dinge knebeln Artikulation und freies Wünschen. Werde gezwungen wortlos stillzuhalten, während Speichelfäden auf den Boden tropfen - und Dein Amüsement schmeckt schärfer, als das Hartgummi auf meiner Zunge.
BDSM lässt sich riechen
Material ist mehr als nur Materie. Gegerbte Tierhaut erzählt Geschichten von Macht und Stärke. Gummi saugt sich am Körper fest, produziert feinsten Schweißfilm - er wird nach einer besonderen Mischung riechen, wenn Du die zweite Hülle wieder entfernst. Der Duft kommt mit der Kühle, wenn Sauerstoff wieder meine eigene Haut erreicht.
Füße, Zehen... Nur wer diese Körperregion nicht genussvoll kennt, schreibt ihr üble Gerüche zu. Frischer Schweiß verströmt Leidenschaft und Leben. Bewegung und Puls. Angst und Erwartung riechen süß, ebenso wie die Lust an Deinen Lenden, die ich mit Begeisterung beschnüffle. Würde Dich mit verbundenen Augen zwischen vielen "herausriechen" können. Vertrautheit an Deinem Hals. Wenn sich hin und wieder Deine ganze Hand den Weg zwischen meine Beine sucht, begleitet mich der Duft gleitender Mittel noch einige Tage. Erinnerung an gedehnte Momente. Adrenalin - ein wenig von Moschus und Amber. Stark, ohne aufdringlich die Sinne zu betören.
Kerzen. Tropfendes Wachs - nicht nur zu Weihnachten - Kerzenmeer, Flammenmeer, dessen Hitze duftet. Anders wenn Du mich sie ausblasen lässt - vorbei mit Lust und Qual - gelöschter Docht taucht Raum in den Geruch verglimmenden Feuers. Aus lichterloh wird ausgebrannt.
Unsere heutige Sichtweise des Sadomasochismus...
... leitet sich von der liberalen Grundregel "Meine Freiheit endet dort, wo die Freiheit der anderen beginnt" ab. Ob man diese aufgrund Kants Kategorischem Imperativ, christlichem Liebesgebot oder eigener Bequemlichkeit befürwortet, so sind die logischen Konsequenzen doch stets dieselben, nämlich Achtung und Respekt vor seinem Sexualpartner. Dessen körperliche und seelische Gesundheit ist zu erhalten und sein Willen zu befolgen. Für Anhänger anglizistischer Abkürzungen ist dies in den drei Buchstaben ssc (safe, sane, consensual) zusammengefaßt. Diese bedeuten in der Praxis: sich vor jeglichem Spiel in Sicherheitsratgebern über Gefahren informieren, denn schon oft ist Unkenntnis so manchem später im Krankenwagen Weggebrachten zum Verhängnis geworden, über das, was man tut und will, nachdenken, die genannten Tabus und Codewörter beachten.
Was ist Schmerz?
Das Wort Schmerz bezeichnet Dutzende, vielleicht Hunderte verschiedener körperlicher Empfindungen wie das scharfe Einschneiden von Fesseln, pieksende Nadeln, das Brennen, das durch scharfe Klingen oder Gerten ausgelöst wird, aber auch Kopf- oder Zahnschmerzen usw. Die Subsummierung aller dieser Empfindungen unter einen gemeinsamen Begriff hat zu dem vulgären Klischee geführt, daß "Masos auf Schmerz stehen". Tatsächlich ist es so, daß bestimmte starke Reize in spezifischen Situationen bei Masochisten zu sexuellen Reaktionen führen können.
Wie wird man Sadomasochist?
SM ist ein durch eine spezifische kulturelle Entwicklung entstandener Begriff, mit dem man sich identifizieren kann oder nicht. Wie es kommt, daß man bestimmte Reize sexuell erregend findet, ist eine andere Frage, die bisher niemand schlüssig beantwortet hat. In der Diskussion sind frühkindliche Prägungen, "Veranlagung" oder einfach Unbefangenheit gegenüber Experimenten mit dem eigenen Körper, deren Ergebnisse allgemeinmenschlich wären, wenn sich alle trauen würden. Aber im Grunde ist es auch egal, woran es liegt, daß man eine spezifische Form der Sexualität hat, da sich aus dem Grunde keine Konsequenzen ergeben.
Wer waren de Sade und Masoch?
Donatien Alphonse François Marquis de Sade (1740 - 1814) stammte aus einer hochadligen Familie des vorrevolutionären Frankreich, nahm als Offizier am Siebenjährigen Krieg teil, verschleuderte sein Vermögen und seinen Besitz für einen kostspieligen Lebenswandel, einmal verheiratet und geschieden, drei Kinder aus der Ehe, hatte diverse Affären, organisierte Theateraufführungen, schrieb ab 1782 philosophisch-pornografische Bücher, 1784 - 1789, 1793 und 1801 - 1814 in Haft, während der Revolutionszeit Auslöser des Sturms auf die Bastille und politisches Engagement für die Revolution. Seine philosophischen Ansichten sind uneinheitlich, in ihrem Zentrum steht die Befürwortung der Lust des einzelnen und die Ablehnung gesellschaftlicher Zwänge.
Leopold Ritter von Sacher-Masoch (1836 - 1895) stammte aus einer galizischen Adelsfamilie im Dienste Österreich-Ungarns, war ein sehr bekannter Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, hatte mehrere Ds-Beziehungen, war zweimal verheiratet, mehrere Kinder. Sein Werk befaßt sich mit den Verhältnissen in Galizien und seiner Verehrung grausamer Frauen.
Diese zwei Schriftsteller lebten lange bevor sich die SM-Szene bildete und ihr Selbstverständnis entwickelte. Daher sollten sie nicht mit heutigen Maßstäben beurteilt, sondern aus ihrer Zeit und ihrem persönlichen Lebensschicksal begriffen werden, wie dies Literaturwissenschaftler, Philosophen und Biographen immer schon versucht haben.
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| Die BDSM-Story |
Thomas und Kirsten war mulmig zumute. Das war ihr erster Kontakt zur sogenannten Szene, ihre erste Playparty überhaupt. Kirsten fühlte sich sehr unwohl, nuttig fast, in ihrem Outfit. Sie hatte viel gehört, konnte aber irgendwie trotzdem noch nicht gl...
geschrieben von:
Silja
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| Wir trauern |

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