Japanisches Bondage
- 09. Januar 2007
- Bondage
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Bondage, nun, das ist einfach das Fesseln des Partners - irgendwie und mit irgendeinem Material: Handschellen, Ledermanschetten, Seilen...
Und Shibari ist nichts anderes als dasselbe in grün; respektive der japanische Begriff für dieses Binden, Fesseln. Allerdings gibt es dann die traditionelle japanische Fesselkunst - oder auch Kinbaku -, die strenge Regeln dafür aufstellt, womit und wie eine solche Fesselung durchzuführen ist. Wobei die traditionelle japanische Bondage zum Teil auch Asanawa genannt wird; ein Begriff, der sich andererseits auf das traditionelle Werkzeug der Nawashi, der Seilkünstler bezieht, das Hanfseil. Wörtlich übersetzt allerdings wiederum bedeutet der Ausdruck Nawashi Hersteller von Seil.
Shibari (jap., auch als Japan-Bondage bekannt) ist eine erotische Kunst des Fesselns, die sich in Japan aus der traditionellen militärischen Fesselkunst Hojojutsu entwickelt hat. Im Gegensatz zum westlichen Bondage dient die Fesselung beim Shibari nicht ausschließlich der Immobilisierung. Sie kann auch ästhetische Formen annehmen und so eine Art Kunstwerk schaffen. Außerdem kann Shibari zur Vorbereitung auf weitere sadomasochistische Praktiken dienen.
Es gibt Hunderte von Shibari-Techniken, die vom einfachen Knoten bis zur komplizierten Ganzkörperfesselung reichen. Manche dienen lediglich dazu, bewegungsunfähig zu machen, andere stimulieren gezielt erogene Zonen des Körpers.
Einfach ausgedrückt, ist japanische Bondage die Kunst der Fesselung mit Hilfe eines Seils auf eine bestimmte Art und Weise in bestimmten Positionen. Ganz streng an dieses Regelwerk halten sich nur wenige. Der Hauptzweck der japanischen Bondage ist auch keineswegs die Einhaltung dieser technischen Regeln an sich, sondern die Kreation eines "Gesamtkunstwerks" aus Partner und Seil ...was diese Regeln lediglich erleichtern sollen.
Wenn man(n) bedenkt dass die meisten dieser Seilkünstler, die uns mit scheinbar so leichthin absolvierten Vorführungen begeistern, Jahre oder Jahrzehnte brauchten, um ihre Kunst derart zu perfektionieren, muss ich man sich nicht wundern, wenn man Schwierigkeiten hat, diese ganzen Regeln auch nur ansatzweise zu verstehen. Es erscheint auch zweck,- und sinnlos die Diskussion fortzuführen, ob es wirklich Hanfseile sein müssen, um eine Bondage tatsächlich als solche zu qualifizieren, oder ob es Baumwollseile nicht ebenso tun. Und auch moderne Nylonseile haben viele Feunde. Egal welchen Seiltypus man schlussendlich bevorzugt eines sollte man beachten ... nämlich eine Mindeststärke von etwa 8 mm. Achtet dann auch auf möglichst breite Auflageflächen damit keine Schädigung der Nerven die ganz leicht durch zu dünnes oder zu festes Seil enstehen können. Als "Grundausstattung" haben sich Seillängen von 1 x 6 Mtr. und 2 x 3 Mtr. (1 x 10 Mtr. und 2 x 5 Mtr.) als zweckmässig erwiesen.
Begriffe:
Ebi- Beim Ebi wird, in Kurzform beschrieben, der ganze Körper zu einer Kugel zusammengeschnürt.
Gyaku-ebi - Beim Gyaku-ebi werden Arme und Beine dann eben nicht vor dem Körper zusammengerollt, sondern hinter dem Rücken gespannt.
Beides sind Positionen, die aus der traditionellen japanischen Foltertechnik Hojojitsu (auch: Hojo jitsu) stammen, praktisch dem Vorläufer der erotischen Fesselkunst. Und auch ausserhalb der Bondage / SM - Szene steht "Hojojitsu" noch auf dem Lehrplan ;-) Hojojitsu ist im Jiu Jitsu einer der verschiedenen Technikbereiche.
Was man bei der japanischen Bondage häufig sieht, das sind diese wunderschönen rautenähnlichen Formen, die an Diamanten erinnern. Und Diamanten, oder Hishi, nennt sich auch diese Fesselmethode. In einer ähnlichen, kleineren Form soll dieses Muster an das auf dem Panzer japanischer Schildkröten erinnern und heißt nach diesen Kikkou. Es sieht sehr kompliziert aus; und es ist tatsächlich nicht so ganz einfach, dieses Muster wirklich so perfekt und gleichmäßig hinzubekommen, wie man es auf vielen Bildern sieht.
So schwer, wie man denken sollte, ist es nun allerdings auch wieder nicht. Und: Es ist auf jeden Fall keine Hexerei - nur eine ziemliche Knoterei. Für den "Hausgebrauch" muss auch wirklich nicht alles millimetergenau abgezirkelt sein, finde ich. Schön ist diese Art der "Verpackung" auch dann, wenn die einzelnen Diamanten nicht alle gleich groß sind und nicht wie maßgeschneidert aussehen. Also, man nimmt ein etwa sieben Meter langes Seil. Das Muster lässt sich auch mit einem Doppelseil herstellen, aber dann wird es noch schwieriger, weil die beiden Stränge sich oft umeinander verdrehen - was der Gleichmäßigkeit nicht gerade dienlich ist.
Nun stellt man sich vor das arme, momentan aber noch sehr vergnügte Opfer, das sich einen abgrinst, wie der Top mit dieser unhandlichen Länge kämpft und verzweifelt den ständig neu entstehenden Seilsalat immer wieder aufdröseln muss. Nachdem man die Mitte des Seils gefunden hat, legt man sie dem Partner um den Hals - aber, auch wenn die Versuchung angesichts der höhnischen Worte noch so groß sein sollte, man zieht es natürlich nicht zu. Bei dieser Art der Fesselung ebenso wie bei allen anderen gilt:
Es wird nie eine Schlinge um den Hals gelegt, sondern das Seil bildet allenfalls eine lockere Halskette mit mehreren Händen Raum zwischen Hals und Seil. Druck darf in dieser empfindlichen Region keinesfalls ausgeübt werden; vor allem nicht in der Gegend der Halsschlagadern.
Nun hängen vorne die beiden Seilenden etwa gleichmäßig lang herunter. Und schon geht es los mit der Knoterei. Die in diesem Fall nicht einmal besonders geübt werden muss, denn verwendet wird der einfache Überhandknoten; also der Knoten, den jeder von uns beinahe täglich anwendet; zum Beispiel beim Schuhebinden, bevor die hübsche Schleife kommt - die wir hier natürlich weglassen. Beginnend etwa sieben, acht Zentimeter unterhalb des Halsansatzes wird nun eine Reihe solcher Knoten den Körper hinunter gelegt bis zum Schritt. Mit Hilfe dieser Knoten werden die beiden einzelnen Stränge an bestimmten Eckpunkten zusammengeknotet. (Zwischen den Knoten entstehen jeweils Schlingen, die man auseinander ziehen kann - das ist die Grundlage des späteren Musters.) Bei der klassischen Formen entstehen meist drei der Diamantenmuster; die Zahl ist aber eigentlich beliebig. Am sinnvollsten ist es, zumindest für den Anfang folgende leicht zu findenden Eckpunkte ins Auge zu fassen für die Knoten:
• oberhalb der Brust
• zwischen der Brust
• in Nabelhöhe
• in Schritthöhe.
Danach werden die Seilenden durch die Beine gezogen und vorsichtig über den Rücken nach oben geführt bis zum Seil, das um den Hals liegt. Dort werden sie mit einem weiteren Überhandknoten fixiert. Achtung: Niemals das Seil zu fest anziehen; zumal die Seile sich beim Wirken des Musters ohnehin noch fester ziehen. Zwischen Rücken und dem darüber verlaufenden Seil sollten wenigstens drei Finger Platz haben. Und das Halsseil sitzt selbstverständlich völlig locker, so, dass es nicht unbequem ist und schon gar nicht das Atmen irgendwie behindert.
Wer es gerne zweifarbig mag, kann an dieser Stelle auch, nachdem er das erste Seil gesichert hat, ein zweites in einer anderen Farbe anbringen und die Fesselung damit vervollständigen. Unnötig zu sagen, dass in diesem Fall das erste Seil nicht sieben Meter lang sein muss... Drei bis vier Meter reichen dann; und den Rest der Länge stellt das zweite Seil zur Verfügung.
So, und jetzt geht es los mit dem Muster. Ob dem Partner das Lachen inzwischen schon vergangen ist oder nicht - nun, es gibt natürlich auch kleine Methoden für zwischendurch, die diesen Effekt hervorrufen können... -, jetzt muss er die Arme über den Kopf heben. Tut er das nicht, kann man natürlich die Arme auch einfach mit einbeziehen und so an der Seite arretieren. Das beeinträchtigt zwar die Schönheit der Diamanten, ist jedoch auch ganz anregend.
Man nimmt zuerst das linke, dann das rechte Seilende, führt es vom Rücken nach vorne, "fädelt" es sozusagen in die Schlingen vorne ein, die sich vorhin zwischen den einzelnen Knoten gebildet haben, und legt es zurück nach hinten. Dabei ziehen die Schlingen sich auseinander - und schon erkennen wir das typische Muster wie auf dem Schildkrötenpanzer. (Wobei, ich habe noch keine japanische Landschildkröte gesehen - aber wenn die Bondage-Experten behaupten, das würde so aussehen, wird das wohl stimmen.) Wo die Seilenden sich auf dem Rücken kreuzen, schlingt man sie einmal umeinander; das stabilisiert das gesamte Gebilde.
Sind dann am Schluss alle Diamanten vollendet - der letzte mit dem Unterpunkt in Schritthöhe -, schließt ein letzter Überhandknoten in Taillenhöhe das Ganze ab.
Meistens bleibt noch ausreichend Seil übrig. Was wir damit machen: Na, ganz einfach - wir lassen den Partner seine Arme wieder herunternehmen (beschwert, dass er es nicht mehr aushält, hat er sich ja zwischendurch oft genug!) und auf den Rücken legen. Und flugs haben wir die freien Enden nach hinten geführt und um seine Handgelenke geschlungen, noch bevor er protestieren kann. Je nachdem, wie viel Seil übrig ist, kann die Fixierung der Arme natürlich auch ein wenig kunstvoller erfolgen.
Hinweis: Wir geben hier nur Erfahrungswerte wieder! Keinesfalls lassen wir uns für irgendwelche körperliche / geistige Schäden verantwortlich machen die möglicherweise entstehen können. Die Grenzen des Spiels zu definieren liegt klar in Eurem Verantwortungsbereich!
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